| Ostfildern bei Stuttgart,
05.10.1999/APD Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat eine
Stellungnahme zum Jahrtausendwechsel verabschiedet. In der vom Exekutiv-Ausschuss der
Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) in Silver Spring, Maryland/USA, beschlossenen
Erklärung heißt es, dass die Adventisten dem Ende eines Jahrtausends und dem
Beginn eines neuen keine religiöse Bedeutung" beimessen. Deshalb lehnen sie
jede Spekulation bezüglich seines religiösen Zwecks" ab. Das Jahr 2000 werde
in der Bibel nicht erwähnt und sei deshalb prophetisch nicht von besonderem
Belang". Obwohl die Freikirche an der Lehre von der baldigen Wiederkunft
Christi" festhalte, betont sie in der Stellungnahme, dass sie nicht über den
genauen geschichtlichen Zeitpunkt, wann dieses Ereignis stattfinden wird",
spekuliert. Pastor Leo Ranzolin, einer der
Vizepräsidenten der Generalkonferenz, kommentierte die Erklärung mit dem Hinweis,
wenn etwas für die Zukunft von Bedeutung ist, dann ist es die Hoffnung, die wir als
Christen in der baldigen Wiederkunft Christi haben". Während andere sich Sorgen
machten, sollten Adventisten nach ihrer christlichen Hoffnung leben. Viele Menschen
fürchten sich vor der Zukunft", so Ranzolin. Es gebe eine Menge von Spekulationen
über das Jahr 2000 und dessen Wichtigkeit für die Weltgeschichte. Die Freikirche messe
zwar dem Jahrtausendwechsel keine besondere Bedeutung zu, dennoch sei es ein spezielles
Jahr: Denn wie oft können wir schon solch eine runde Kalenderzahl erleben?"
Der vom 28. September bis 7. Oktober in Silver Spring,
Maryland/USA, tagende Exekutiv-Ausschuss der Generalkonferenz besteht aus 330 Geistlichen
und Laienvertretern aus aller Welt. Er ist das oberste Organ der weltweiten evangelischen
Freikirche zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Vollversammlungen. Bereits 1995
wurden in einer offiziellen Erklärung während der Generalkonferenz-Vollversammlung in
Utrecht/Niederland jegliche Endzeitspekulationen zur Jahrtausendwende verurteilt. Damals
hieß es: Das bevorstehende Ende des zweiten Jahrtausends christlicher Zeitrechnung
bringt zweifellos einige irregeleitete Personen dazu, Zeitpläne aufzustellen und mit dem
Jahr 2000 das Ende der Welt und die Wiederkunft Christi in Verbindung zu bringen. Die
Adventisten lehnen solche Spekulationen ab, denn sie widersprechen der deutlichen Aussage
Christi, dass die Menschen zwar tatsächlich erkennen können, dass seine Wiederkunft
naht, sie jedoch nicht genau wissen können, wann er kommt." Die nächste
Generalkonferenz-Vollversammlung findet im Juli 2000 in Toronto/Kanada statt.
Dokumentation
Stellungnahme: Adventisten und das Jahr 2000
Siebenten-Tags-Adventisten gründen ihre Hoffnung auf das
Leben, den Tod und die Aufer-stehung Christi und sehen mit Freude nach vorn auf die
Erfüllung ihrer Hoffnung durch die baldige Wiederkunft Jesu. Adventisten setzen ihr
Vertrauen auf die Lehren der Heiligen Schrift und glauben, dass das Vergehen der Zeit
insofern bedeutsam ist, wie sie uns näher zu dem wunderbarsten Ereignis bringt, das je
menschliche Augen gesehen haben. Wir erwarten gespannt die sichtbare Wiederkunft Christi.
Doch wir spekulieren nicht über den genauen geschichtlichen Zeitpunkt, wann dieses
Ereignis stattfinden wird. Jesus sagt uns: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde
zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat" (Apostelgesichte 1,7).
Deshalb messen Adventisten dem Ende eines Jahrtausends und
dem Beginn eines neuen keine religiöse Bedeutung bei. Das Jahr 2000 ist prophetisch nicht
von besonderem Belang; es wird nicht in der Bibel erwähnt und jede Spekulation bezüglich
seines religiösen Zwecks ist zurückzuweisen. Dennoch sehen wir in jedem Jahr welches
vergeht, dass es uns näher zur Wiederkunft unseres Herrn bringt.
Uns ist bewusst, dass der Jahrtausendwechsel einen besonderen
emotionalen Eindruck auf die Menschheit ausübt. Keiner der jetzt Lebenden hat solch ein
Ereignis je erfahren. Viele sehen dem bevorstehenden Jahr 2000 mit Bedenken, Erwartungen
und sogar Furcht entgegen. Während zahlreiche Menschen angesichts des Durcheinanders in
der Natur und Gesellschaft besorgt sind, sagt unser Herr: Euer Herz erschrecke
nicht!" (Johannes 14,1). So haben wir als christliche Siebenten-Tags-Adventisten
Anteil an der Hoffnung auf eine herrliche Zukunft, die zu der von Gott bestimmten Zeit
Wirklichkeit werden wird.
Die Stellungnahme
wurde am 29. September 1999 von dem 330 Mitglieder umfassenden in Silver Spring,
Maryland/USA, tagenden Exekutiv-Ausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der
Siebenten-Tags-Adventisten verabschiedet. |